Erneut traten die baden-württembergischen Branchenverbände VSL, VV Württemberg und VV Baden gemeinsam gegenüber der Politik auf. Zusammen vertreten sie 1.300 Unternehmen im Land und stehen vor gemeinsamen Herausforderungen, die ihre Vorstandsmitglieder gegenüber den SPD-Abgeordneten Jan-Peter Röderer (Wahlkreis Sinsheim) und Hans-Peter Storz (Singen) sowie den FDP-Parlamentariern Dr. Christian Jung (Bretten) und Hans Dieter Scheerer (Leonberg), adressierten. VSL-Präsident Dr. Micha Lege warnte eindringlich vor weiteren Belastungen und den SPD-Plänen zur Erbschaftssteuer, die den Logistik-Mittelstand im Land besonders hart treffen würden. Er forderte Unterstützung bei der Bewältigung der Antriebswende sowie niedrigere Strompreise und wies auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel hin. Deutschland brauche eine starke Wirtschaft. „Nur mit einer florierenden Wirtschaft können wir die großen Herausforderungen finanzieren, vor denen wir aktuell stehen“, sagte er.
VSL-Vorstandsmitglied Arno Brucker berichtete aus der Praxis über die Probleme beim Anwerben von Fachkräften aus Drittländern. Während auf polnischen Lkw Fahrer aus Usbekistan, Indien und Pakistan innerhalb von Europa unterwegs seien, sei das auf deutschen Lkw nicht möglich – beziehungsweise nur mit erheblichen Anstrengungen. Mehr als ein Jahr habe es gebraucht, um eine Arbeitserlaubnis für einen ukrainischen Fahrer zu bekommen, und seit anderthalb Jahren versuche sein Unternehmen, für einen Fahrer aus Serbien eine Genehmigung zu bekommen. Die VV Württemberg-Vertreter Dr. Timo Didier und Rolf Hamprecht wiesen auf die Gefahren durch marode Brücken und auf die Bedeutung von intakten Verkehrswegen gerade für die Logistik hin. Die Vertreter beider Landtagsfraktionen teilen die Sorgen mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur und betonten, dass sie sich ebenfalls für eine schnellere Abwicklung von Anträgen auf Arbeitsgenehmigungen einsetzen.

