Im edlen Ambiente des neobarocken Büsing-Palais in Offenbach haben sich die Mitglieder des DSLV-Fachausschusses Straßengüterverkehr unter Leitung von VSL-Vorstandsmitglied Roland Rüdinger zu aktuellen Branchenthemen ausgetauscht. Die schicke Kulisse trügte jedoch etwas: Vielerorts herrscht Katerstimmung. Steigende Kosten machen den Unternehmen zu schaffen, ebenso eine volatile Auftragslage und bürokratische Lasten. Der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt hilft den Unternehmen nur bedingt – er wirkt lediglich temporär und taugt damit nicht als langfristiges Instrument zur Entlastung. Über diese Herausforderungen und andere Punkte tauschte sich der Fachausschuss auch mit dem CDU-Verkehrspolitiker Björn Simon aus. Der Bundestagsabgeordnete kommt aus Offenbach und ist der verkehrspolitische Sprecher der Union-Fraktion.
Anhand von drei Beispielen machten die Unternehmer deutlich, wie sich die Effizienz kurzfristig und unbürokratisch erhöhen ließe. Der Lang-Lkw etwa hat noch nicht überall freie Fahrt, außerdem erschweren Einschränkungen seinen Einsatz. Für Sammelgutverkehre kommt er nur bedingt infrage, da er keine Freigabe für Gefahrgut hat. Auch der Einsatz von autonom verkehrenden Trucks könnte die Effizienz erhöhen und den Fahrermangel etwas abmildern – doch von Pilotanwendungen abgesehen, hat sich hier bisher kaum etwas getan. Ein spürbarer Kosteneffekt hätte nach Ansicht der Teilnehmer auch eine geringere Energiesteuer auf Biokraftstoffe. Denn HVO 100, Bio-LNG sind verfügbar und bringen zusätzlich eine signifikante CO2-Reduktion von 80 bis 90 Prozent.
