Eine Routenoptimierung mithilfe der KI – das wünschen sich viele Speditionen, wie auch die aktuelle TMS-Umfrage des DSLV zeigt. Hier setzt die von Graphmasters entwickelte, intelligente KI-Lösung NUNAV an. Sie ist unter anderem schon bei der Drogeriekette Rossmann, Rewe Lieferservice oder der Österreichischen Post im Einsatz. Ein Benefit von 20 Prozent lässt sich nach Erkenntnissen der GraphmastersVerantwortlichen immer erzielen, gemessen zum Beispiel in zusätzlichen Stopps, Aufträgen oder Kunden, die im bestehenden Zeitbudget bedient werden können. Auch bei sehr kleinen Unternehmen könne eine KI-gestützte Tourenplanung Sinn ergeben. Ein Kunde habe nur zwei Fahrzeuge und wolle auf das Tool nicht mehr verzichten. „Er sagt: Ich messe den Vorteil nicht in Euros, sondern in Kopfschmerztabletten, die ich nicht mehr einnehmen muss“, sagt Christian Brüggemann, CTO bei Graphmasters, mit einem Augenzwinkern. Er ist einer der Mitbegründer des Softwareherstellers aus Hannover.
Für den Rewe Lieferservice, der bestellte Lebensmittel bundesweit bis an die Haustür bringt, erstellt Graphmasters die Tourenplanung bis zu 14 Tage im Voraus. Dabei berücksichtigt die Software Werte aus der Vergangenheit, saisonale Einflüsse, aber natürlich auch Parameter wie die Schichtzeiten der Fahrer. Hinterlegt sind die Daten der Fahrzeuge, die auf den Touren zum Einsatz kommen. Die KI erstellt aus diesen Informationen die perfekte Tour. Dabei sind flexible Anpassungen jederzeit möglich, wenn Fahrer erkranken, Fahrzeuge ausfallen oder sich Schichtpläne ändern. Die Vorhersage sei so genau, dass sie im Schnitt auf eine Güte von 95 Prozent komme. „Statt vier bis fünf Stunden am Tag ist der Disponent nur noch fünf Minuten am Tag, mit der reinen Tagesdisposition beschäftigt“, erläutert Brüggemann. „Er kann sich um andere Dinge kümmern“, ergänzt Daniel Lückemeier, Solutions Expert bei Graphmasters. Die Entlastung im Tagesgeschäft schafft Freiräume für vorausschauende Planung – etwa bei der Urlaubsorganisation oder beim professionellen Umgang mit Auftragsschwankungen.
Ein Kommunikations-Tool, das KI-gestützt Fahrer und Disponenten entlastet – das bietet das Start-up ZeKju aus Augsburg. Es tritt an, für alle Beteiligten die erforderliche Kommunikation rund um einen Transport so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei erhält der Fahrer keine zusätzliche App, sondern kann alle Informationen über den Messenger-Dienst seiner Wahl abrufen oder teilen – etwa über WhatsApp. Das TMS bündelt alle Informationen zentral. Automatisierte Statusmeldungen und Transportdokumente in Echtzeit reduzieren den manuellen Abstimmungsaufwand deutlich und verschaffen dem Disponenten mehr Zeit für andere Aufgaben. Entsprechend schnell können Auftraggeber informiert werden. Das ist insbesondere bei Kunden von Vorteil, die verspätete Informationen mit Maluszahlungen belegen. Welche Daten übermittelt werden, bestimmt der Kunde – getreu dem Motto: Alles ist denkbar. „Sämtliche für die Transportabwicklung relevanten Daten können strukturiert und bedarfsgerecht ausgetauscht werden“, erläutert ZeKju-Geschäftsführer Max-Alexander Borreck. Als Beispiele nennt er Sendungs- und Auftragsinformationen, Kunden- und Adressangaben, Status- und Ereignisdaten, aber auch Transport- und Lieferdokumente wie Ablieferbelege, Palettenscheine oder Fotos, zum Beispiel von beschädigten Packstücken. Doch welche Rolle spielt in der Kommunikation nun die KI? „KI nimmt bei uns einen zentralen Stellenwert ein“, erläutert ZeKju-Gründer Borreck. ZeKju ermögliche es seinen Kunden, sämtliche Dokumente, die von LkwFahrern oder Subunternehmern eingehen, automatisiert per KI prüfen und analysieren zu lassen. „Dadurch kann die ansonsten sehr aufwendige Dokumentenprüfung zu über 80 Prozent automatisiert werden“, berichtet er. Ebenso werde die KI in die speditionellen Prozesse integriert. Zu den Kunden des Messenger-Spezialisten gehören große Logistikdienstleister wie Dachser und Hellmann, aber auch der Mittelstand wie Erb Transporte aus Baden-Württemberg. „Die ZeKju Kommunikations- und Tracking-Lösungen werden entscheidend dazu beitragen, unsere hohen Standards in Bezug auf Datenqualität rund um einen Transport sicherzustellen“, sagt Paul Erb, Head of Key Accounting bei der Spedition aus Vaihingen/Enz.

