Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg e.V.

Entschlossenheit im Kampf gegen die Bürokratie

Sie belastet unsere Unternehmen und war auch auf unserer Mitgliederversammlung ein großes Thema: die Bürokratie. Verkehrsministerin Nicole Razavi machte deutlich: „Wir müssen Unternehmen von unnötigen Belastungen befreien.“

Politik trifft Praxis: die neue Verkehrsministerin Nicole Razavi in der Diskussion mit VSL-Geschäftsführer Andrea Marongiu, VSL-Präsident Dr. Micha Lege, UBW-Präsident Thomas Bürkle und Eric Ahlers von Netze BW (von links). Foto: VSL/Andreas Dalferth

Grafik: Robert Mils Foto: stock-adobe.com/Komora

27 Prozent ihrer Arbeitszeit wenden Unternehmen inzwischen für bürokratische Prozesse auf, wie eine aktuelle Umfrage der IHK Region Stuttgart zeigt. Hier wird produktive und teuer bezahlte Arbeitszeit sinnlos vergeudet. „Die neue Landesregierung muss so schnell wie möglich eine Schneise durch den Wust unserer Bürokratie schlagen“, forderte VSL-Präsident Dr. Micha Lege bei unserer Mitgliederversammlung in Stuttgart. Wie der VSL-Präsident sieht auch UBW-Präsident Thomas Bürkle erheblichen Handlungsbedarf. „Unser Wirtschaftsstandort verliert zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit“, mahnte er. „Sozialausgaben erreichen Rekordhöhen, die Arbeitskosten laufen aus dem Ruder und die Bürokratie wächst schneller, als sie abgebaut wird“, erklärte er.

Umso mehr begrüßt der VSL den nun anstehenden Befreiungsschlag: Die Landesregierung rückt mir ihrem Effizienzgesetz entschlossen gegen entbehrliche Dokumentations-, Melde- und Aufbewahrungspflichten vor. Bis Dezember 2027 sollen diese Pflichten auslaufen – sofern das Land darüber selbst entscheiden kann und nicht Bundes- oder Europarecht betroffen ist. Eine aktuelle KI-Analyse der IHK zeigt, wie groß die Aufgabe, aber auch das Potenzial ist: Allein im Landesrecht hat die Kammer 3.422 Paragrafen aus 217 wirtschaftsrelevanten Gesetzen untersucht. Daraus ergeben sich 720 Bürokratiepflichten – darunter 238 Berichts-, 284 Dokumentations- und 198 Schriftformpflichten. Diese Zahlen machen deutlich, warum das geplante Effizienzgesetz so wichtig ist.

Eine weitere Herausforderung ist für unsere Unternehmen die Bewältigung der Antriebswende. Erschwingliche Stromkosten, eine flächendeckend ausgebaute Ladeinfrastruktur und eine ausreichende Netzleistung sind für den VSL die Voraussetzungen. Mit diesen Themen setzten sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion auseinander, an der auch Eric Ahlers, Leiter Strategie und Gremien bei Netze BW, mitwirkte. Eine Studie der RWTH Aachen im Auftrag des DSLV zeigt deutlich den wachsenden Strombedarf auf. Danach wird die Logistikbranche im Jahr 2045 insgesamt 186 THh Strom verbrauchen– den achtfachen Wert von heute. Bereits 2035 wird die Logistikbranche mehr Strom benötigen als die energieintensiven Sektoren Stahl und Chemie zusammen.

 





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