Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg e.V.

Öffentliche Ladesäulen allein reichen nicht

Halböffentliche Ladenetze bieten echte Chancen, um die Energieversorgung der E-Trucks unterwegs zu ermöglichen. Bei einem von Verkehrsminister Hermann organisierten Netzwerktreffen wirkten auch der VSL und einige seiner Mitgliedsunternehmen mit.

Gemeinsam für mehr Ladeinfrastruktur (von links): Projektleiter Thorsten Gutmann (Kravag Truck Charging), VSL-Geschäftsführer Andrea Marongiu, Verkehrsminister Winfried Hermann und unser Vorstandsmitglied Roland Rüdinger. Foto: VSL

 

Erhöht sich der Radius der Elektro-Lkw, müssen sie irgendwo laden können. Welche Rolle kann dabei eine halböffentliche Ladeinfrastruktur spielen? Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) lud Interessierte im Rahmen der Fachmesse i-mobility im April zu einem Netzwerktreffen ein, um diese Frage zu diskutieren. Nach einer Keynote des Ministers stellte VSL-Geschäftsführer Andrea Marongiu das voriges Jahr gestartete VSL-Ladenetzwerk vor. Anschließend präsentierte Matthias Diez, Geschäftsführer des VSL-Mitglieds Spedition Diez, den neuen Ladepark seines Unternehmens. Er ist einer der Pilotstandorte des Ladenetzwerks TruckCharge von Daimler Truck und damit auch für externe Elektro-Lkw offen. Marongiu rief zur Kooperation der unterschiedlichen Ladenetz-Anbieter an – ob VSL-Ladenetz im Zusammenspiel mit Kravag Truck Charging oder TruckCharge. „In einem so frühen Stadium halten wir es für schwierig, Exklusivität gegenüber den Teilnehmern einzufordern“, sagte er. Sinnvoller sei die Kooperation der Netze – denn der Bedarf nach geeigneter Ladeinfrastruktur sei hoch, hier dürfe es keine Hürden beim Zugang geben.

Minister Hermann gilt als Fan der Schiene. Angesichts der Herausforderungen bei der Bahn bleibt er aber Realist. „Wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen, können wir nicht warten, bis die Bahn funktioniert“, sagte er beim Netzwerktreffen und begrüßte die Initiativen zum Aufbau halböffentlicher Ladeinfrastruktur. Dass es hier großen Bedarf gibt, zeigt eine ebenfalls auf dem Netzwerktreffen vorgestellte Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung. „Es wird als große Chance wahrgenommen, Ladevorgänge besser in die vorhandenen Betriebsabläufe zu integrieren und die Wirtschaftlichkeit der Ladeinfrastruktur zu erhöhen“, heißt es darin. Die Ladeinfrastruktur im Depot könne durch die Öffnung für externe Nutzer besser ausgelastet werden und die externen Nutzer könnten von attraktiveren Preisen gegenüber öffentlichen Ladepunkten profitieren.

 





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