Laut AVSL-Geschäftsführer Stefan Brötz wurde die schnelle Einigung auch dadurch begünstigt, dass der Tarifabschluss für den Tarifbezirk Württemberg/Nordbaden aus dem Mai wichtige Impulse für die Verhandlungen geliefert hat. Verdi hatte die Forderung aufgestellt, die Tarifentgelte um 6,5 Prozent zu erhöhen – dies bei einer Laufzeit von einem Jahr. „Wir konnten uns mit unserer Forderung durchsetzen, dass wir einen Tarifabschluss mit einer Laufzeit von zwei Jahren brauchen“, erläutert er. „Dies aus Gründen der Planungssicherheit, nachdem unter anderem viele Verträge der Spediteure mit ihren Auftraggebern eine längere Laufzeit als nur ein Jahr haben.“
Nach längerer Diskussion und siebenstündiger Verhandlung konnten beide Tarifpartien folgendes Ergebnis erzielen: Die Tarifentgelte steigen zum 1. Juli 2026 um 2,5 Prozent (beziehungsweise mindestens 100 Euro). Zum 1. Juli 2027 steigen sie um weitere 2,0 Prozent. Das Urlaubsgeld wird zum 1. Januar 2027 von 16,36 auf 30 Euro je Urlaubstag erhöht. Für Schichtleiter, Vorhandwerker und Vorarbeiter steigt der Zuschlag auf ihren Lohn ab 1. Juli 2026 von 10 auf 15 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen steigen zum 1. September 2026 im 1. Lehrjahr um 40 auf 1.240 Euro, im 2. Lehrjahr um 55 auf 1.335 Euro und im 3. Lehrjahr um 55 auf 1.395 Euro. Zum 1. September 2027 steigen die Vergütungen in jedem Lehrjahr um weitere 40 Euro.
Die Arbeitgeberseite hebt positiv die Planungssicherheit für die Unternehmen hervor. Sowohl der Lohn- und der Entgelttarifvertrag als auch der Manteltarifvertrag haben jeweils eine Laufzeit von 24 Monaten bis einschließlich 30. Juni 2028. Bis dahin gilt daher die tarifvertragliche Friedenspflicht in Bezug auf die Entgelt- und Manteltarifverträge in Südbaden.

