Der Südwesten Deutschlands als die Wiege des Automobils sollte vorangehen und fahrerlos verkehrenden Lkw einen Regelbetrieb ermöglichen. „Es wäre ein tolles Zeichen, wenn man autonome Lkw auch auf unseren Autobahnen sehen würde“, erklärte VSL-Präsident Dr. Micha Lege. An die Adresse von Landesverkehrsministerin Nicole Razavi sagte er: „Lassen Sie uns dafür kämpfen, dass aus einzelnen Testfahrzeugen ein Regelbetrieb wird.“ Fahrerlos verkehrende Lkw sind nach Auffassung des VSL-Präsidenten eine Antwort auf den Fahrermangel und den Kostendruck, unter dem die Branche leidet. Schätzungen zufolge fehlen rund 100.000 Lkw-Fahrer in Deutschland, zugleich stehen Speditionen unter erheblichem Kostendruck. Eine Antwort darauf sind fahrerlos verkehrende Lkw, wie sie zum Beispiel in China und den USA bereits im Einsatz sind. „Wir haben bereits einen äußerst fortschrittlichen Rahmen fürs autonome Fahren, nur nutzen wir ihn nicht“, bemängelte Dr. Lege.
VSL-Geschäftsführer Andrea Marongiu sagte: „Wir feiern in Deutschland Dinge, die wir eventuell machen wollen.“ In den USA mache man es, wie die Beispiele von Waymo mit Robotaxis und Kodiak mit fahrerlos verkehrenden Trucks auf der Langstrecke zeigten. Er benannte konkret die A8, A81 oder A7, wo man solche Projekte umsetzen könne. Bisher wird das automatisierte Fahren bei Trucks hierzulande vor allem in Hafen- und KV-Terminals sowie auf Betriebshöfen erprobt, nicht aber auf öffentlichen Straßen – von einzelnen Pilotprojekten wie auf der A9 in Bayern einmal abgesehen. Ministerin Razavi zeigte sich offen für ein solches Vorhaben. Nicht nur die Logistikbranche, auch Bus- und Eisenbahnverkehrsunternehmen litten unter dem Fachkräftemangel. Das autonome Fahren könne dazu beitragen, ihn zu lindern. „Wir sind bei dem Thema am Ball und wir wollen weiter am Ball bleiben“, versprach sie.
